USD mit rekordverdächtigem Tagesgewinn

Wenn uns der USD in den nächsten Wochen überrascht, dann eher mit weiteren/schnelleren Avancen statt mit einem heftigen Rückgang.

So der Ausblick im Post USD bei 1.14 – Zwischenziel fast erreicht vom 11.9.2008. Nun, der Greenback hat nicht lange auf sich warten lassen und hat anfangs Woche einen historischen Sprung hingelegt. Gegen den EUR sogar den grössten Tagesgewinn, seit es den EUR gibt.

Gemessen am US Dollar Index war dies der achtbeste Tagesgewinn seit 1971. Hier die grössten zehn Tagesgewinne:

Datum Gewinn
01.11.1978 4.35%
07.01.1974 3.10%
15.01.1988 3.04%
05.01.1978 3.03%
09.01.1992 2.84%
14.09.1992 2.79%
05.01.1988 2.67%
30.09.2008 2.62%
13.02.1981 2.55%
11.05.1995 2.38%

Damit könnte die Konsolidierung abgeschlossen sein und der USD gegen CHF erneut die wichtige Marke von 1.15/1.16 ins Visier nehmen. Eine erste wichtige Bestätigung des erneuten Aufwärtstrends käme mit dem Durchschreiten von 1.1250 und 1.1360. Hier findest du weitere Gründe für einen überraschenden USD-Anstieg im Post vom 10.08.2008.

USD bei 1.14 – Zwischenziel fast erreicht

“Via 1.12 auf 1.15 noch vor Herbstbeginn. You bet?” Dies der Schlusssatz im Post USD wieder bei 1.10 – what’s next? vom 15.8.08. Heute liegt der USD über 1.14, Zwischenziel fast erreicht. War’s das?

Nun, mit diesem Schwung können 1.15/1.16 in den nächsten Wochen sicher erreicht werden. Anschliessend wäre eine Verschnaufpause Konsolidierung angebracht. Dabei kann der USD ohne weiteres zurück in den Bereich von 1.12.

Welches Verhalten von aktiven Investoren ist angebracht? Der typische Fehler wäre: jetzt den Gewinn mitnehmen. Eine Position mit guten Gewinnen sollte NIE verkauft werden, laufen lassen! Der Gewinn sollte viel eher durch das Auslösen einer Stop Loss-Limite realisiert werden. Warum? Trends gehen oft viel weiter und dauern viel länger, als man sich dies am Anfang vorstellen kann. Überraschungen finden in Richtung des Trends statt. Wenn uns der USD in den nächsten Wochen überrascht, dann eher mit weiteren/schnelleren Avancen statt mit einem heftigen Rückgang. Trotzdem: Eine Gewinn-Position lässt man nie mehr zu einem Verlust werden. Konkret: Stop Loss setzen, Geduld haben, bei Avancen die Stop Loss-Limite nachziehen.

USD wieder bei 1.10 – what’s next?

Nun, die Trendwende im USD ist offensichtlich vollbracht. Kurz vor dem Wochenende hat der USD gegen CHF kurz die Marke von 1.10 überschritten. Nicht weiter überraschend für Leser des financeBLOG.

Offentsichtlich wurden zahlreiche Marktteilnehmer auf dem falschen Fuss erwischt. Dies wird durch Tempo und Ausmass des Kursanstiegs verdeutlicht. Noch im Frühling haben unzählige Marktteilnehmer und Analysten das Ende der US-Währung angeküdigt und prognostiziert, dass es sehr lange gehen werde, bis der USD geben CHF wieder über 1.00 liegen werde. Die typische Reaktion von solchen Investoren in dieser Situation: Ueberraschung, Ungläubigkeit, Zögern. Short-Positionen sind mittlerweile wahrscheinlich teilweise eingedeckt, aber sicher sind die Skeptiker noch nicht long.

Der USD hat auf seinem Weg in den letzten zwei Wochen an Tempo zugelegt. Nach zwei drei Tagen Konsolidierung bei rund 1.08 hat er sich bereits richtung 1.10 aufgemacht. Da diese Bewegung immer noch genug Experten Marktteilnehmer überrascht, wird die Aufwärtsbewegung weitergehen. Via 1.12 auf 1.15 noch vor Herbstbeginn. You bet?

USD-Aufwärtstrend – “Gekommen, um zu bleiben!”

Seit mehr als zwanzig Jahren beobachte ich Finanzmärkte. Dabei ist mir aufgefallen, dass es immer wieder Situationen gibt, in denen die Marktteilnehmer äusserst einseitig positioniert sind. Man hat das Gefühl, dass “alle” die gleiche Meinung haben. Dies geschieht in unregelmässigen Zeitabständen und in allen Märkten, egal ob es sich um Aktien, Rohstoffe, Währungen oder Zinsen handelt. Solche Signale sind für mich zuverlässiger als alle erdenklichen Research-Reports von Ökonomen oder anderen selbsternannten Experten.

Der US Dollar hat uns im Frühling eine solche Situation präsentiert. Wer von Ihnen hätte bei einem Kurs von 0.98 (gegen CHF) noch einen “Pfifferling” auf den Dollar gewettet? Die ganze Welt war sich einig, dass die enormen Zwillingsdefizite der USA (Budgetdefizit und Handelsbilanzdefizit) zu einem weiter sinkenden USD führen müssen. Mit wem ich auch gesprochen habe, niemand hatte ein gutes Wort für den Greenback übrig. Ein deutliches Signal.

Nun, in solchen Situationen kommt es immer anders als die Masse glaubt. Es gilt zu bedenken, dass die Finanzmärkte alles tun, um uns schlecht aussehen zu lassen. Nach einer längeren Phase mit seitwärts tendierenden Kursen und einigen zaghaften Versuchen, die Hürde von 1.05 zu überwinden, hat nun letzte Woche der “Ausbruch” stattgefunden. Da viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuss erwischt wurden, ist die Bewegung entsprechend heftig ausgefallen. Der USD hat gegen die meisten Währungen – allen voran EUR, GBP und CHF – die grösste wöchentliche Kurssteigerung seit mehr als drei Jahren

Investoren sollten das weitere Aufwärtspotential des USD keinesfalls unterschätzen! Der junge Aufwärtstrend hat letzte Woche beschleunigt und es ist gut möglich, dass wir hier Zeugen von einer längerfristigen Trendumkehr werden. Es würde mich nicht überraschen, wenn der USD gegen CHF sehr rasch die Hürde von 1.10 nehmen würde. EUR-Bullen könnten enttäuscht werden. Der Euro (heute bei 1.50) kann noch in diesem Jahr problemlos auf 1.40 fallen.

Quelle: Chart UBS, eigener Text

Der Euro ist (viel) zu teuer

Die Kaufkraftparitätentheorie (engl. Purchasing Power Parity PPP) besagt, dass die Wechselkurse zwischen zwei Währungen hauptsächlich deshalb schwanken, um Preisniveauunterschiede auszugleichen. Nach der Theorie muss eine Geldeinheit in allen Ländern die gleiche Kaufkraft haben, sie muss überall den gleichen realen Wert besitzen. Demzufolge passen sich Wechselkurse so an, dass zwischen beiden Währungsräumen Kaufkraftparität herrscht.

Kurzfristig kann ein Wechselkurs stark von der Parität abweichen. Für einen Investor mit mittelfristigem Zeithorizont (5 Jahre) gibt sie aber immer wieder verlässliche Signale. Wie die untenstehende Grafik zeigt, weisen Wechselkurse klare “mean reversion”-Merkmale auf. Sie gleichen sich in unregelmässigen Abständen dem langfristigen Durchschnitt oder hier der Parität an.

Die Grafik zeigt auch, dass der Euro – gemäss dieser Theorie – hoffnungslos überbewertet ist. Vergleicht man die aktuellen Kurse mit der Kaufkraftparität, so lässt sich eine Überbewertung von mehr als 20% feststellen. Dies liefert für kurzfristige Trades keine verlässlichen Informationen. Mittelfristig sollten aber EUR-Positionen in Bonds eher in USD-Bonds umgeschichtet werden.

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