Fehler im Markt-Timing

Interessantes bringt eine Analyse von Dalbar Inc. zum Vorschein. Während zwanzig Jahren, von 1986 bis 2006 wurden die Renditen des US-Aktienmarkts analysiert. Gemessen wurde der S&P500-Aktienindex, welcher die 500 US-Unternehmen mit der grössten Börsenkapitalisierung enthält.

Die annualisierte Rendite des S&P500 von 1986 bis 2006 betrug +11.9% p.a. Wer also 1986 USD 100′000 in diesen Aktienindex investiert hat, sah das Vermögen auf annähernd USD 1 Mio. wachsen. Er musste in dieser Zeitperiode aber einiges erdulden. Man bedenke etwa den grossen Crash 1987, die Asienkrise 1997, die Russland-/LTCM-Krise 1998 oder das Platzen der New Economy-Blase.

Kein Wunder, haben Anleger immer wieder nervös reagiert. Dies kostet! Gemäss dieser Anlayse erzielte der durchschnittliche US-Aktienfondsinvestor in der gleichen Zeitperiode lediglich +3.9% p.a. Die Investition von USD 100′000 wuchs immerhin auf rund USD 200′000 an. Achtung: für Ökonomen ist ein entgangener Gewinn gleich wie ein Verlust (obwohl ein typischer Privatanleger anders empfindet und entgangenen Gewinnen weniger nachtrauert als realisierten Verlusten…).

Die Begründung ist schnell gefunden und wiederum typisch für Privatinvestoren. Sie verhalten sich äusserst prozyklisch! Aktienfonds werden gekauft, wenn die Rendite der letzten Jahre gut war. Aktien werden nach einer heftigen Börsenkorrektur wieder verkauft, weil die eigene Risikobereitschaft überschätzt wurde.

Fazit: es ist für einen Aktieninvestor äusserst wichtig, die sich bietenden Renditen auch zu erzielen. Die erzielten +3.9% hätten auch mit normalen Staatsobligationen erzielt werden können. Ohne den ganzen Stress der Schwankungen am Markt. Nichts gegen Markttiming („Timing is everything“), aber bitte nicht wie die Herde aller anderen Aktieninvestoren.

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