An alle Leser des financeBLOG:
Neu ist dieses Blog unter http://www.financeblog.ch aufrufbar. Alle Posts wurden „gezügelt“ und sind auch dort vorhanden.
See you there!
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What a week!
Allen Lesern des financeBLOG ein fantastisches Wochenende! Nach dem Berlin Marathon vom letzten Wochenende (3:08h, bin ganz zufrieden) werde ich die Füsse hoch lagern. Die herbstlichen Sonnenstrahlen und schönen Farben geniessen. Nimm’ auch ein paar Herbstmomente mit!
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Wenn uns der USD in den nächsten Wochen überrascht, dann eher mit weiteren/schnelleren Avancen statt mit einem heftigen Rückgang.
So der Ausblick im Post USD bei 1.14 – Zwischenziel fast erreicht vom 11.9.2008. Nun, der Greenback hat nicht lange auf sich warten lassen und hat anfangs Woche einen historischen Sprung hingelegt. Gegen den EUR sogar den grössten Tagesgewinn, seit es den EUR gibt.
Gemessen am US Dollar Index war dies der achtbeste Tagesgewinn seit 1971. Hier die grössten zehn Tagesgewinne:
| Datum | Gewinn | |
| 01.11.1978 | 4.35% | |
| 07.01.1974 | 3.10% | |
| 15.01.1988 | 3.04% | |
| 05.01.1978 | 3.03% | |
| 09.01.1992 | 2.84% | |
| 14.09.1992 | 2.79% | |
| 05.01.1988 | 2.67% | |
| 30.09.2008 | 2.62% | |
| 13.02.1981 | 2.55% | |
| 11.05.1995 | 2.38% |
Damit könnte die Konsolidierung abgeschlossen sein und der USD gegen CHF erneut die wichtige Marke von 1.15/1.16 ins Visier nehmen. Eine erste wichtige Bestätigung des erneuten Aufwärtstrends käme mit dem Durchschreiten von 1.1250 und 1.1360. Hier findest du weitere Gründe für einen überraschenden USD-Anstieg im Post vom 10.08.2008.
Abgelegt unter : Währungen | Mit Tag(s) versehen: US Dollar | Kommentar schreiben »
„Nehmen Sie, wenn andere geben wollen!“ – Immer wieder wird vom Herdentrieb an den Börsen gesprochen. Das blinde Mitschwimmen mit der Masse der Anleger ist gefährlich. Daraus lässt sich ableiten, dass man dann Aktien kaufen sollte, wenn man absolut keine Lust dazu hat! Nun, der Montag dieser Woche hat wohl zahlreichen weiteren Markteilnehmern den Schneid abgekauft und zu einem neuen Stimmungstief geführt. Zeit also, um gemäss dem oben erwähnten Contrarian-Argument neue Aktienpositionen aufzubauen?
Gemessen an den Schlusskursen vom Montag (29.9.08) waren 78.2% aller Aktien im S&P500-Index (übrigens zur Zeit nicht mehr 500…) überverkauft. Diese Aktien befinden sich mehr als eine Standardabweichung unter dem 50-Tage gleitenden Durchschnitt. Solche Situationen sind eher selten. Der nebenstehende Chart zeigt alle Zeitpunkte, in denen mehr als 75% der Aktien im S&P500 überverkauft waren. Zahlreiche sehr gute Kaufgelegenheiten lassen sich finden. Aber vorsicht: Im Juli 2002 hat die überverkaufte Phase fast den ganzen Monat gedauert. Und die Gegenbewegungen im aktuellen Bear-Markt waren jeweils sehr kurz.
Wer die aktuelle Marktsituation für Aktienkäufe nützt, sollte dies also keinesfalls ohne Stop-Loss-Limite tun! Also bereits beim Einstieg definieren, wo die Schmerzgrenze liegt. Wo einem „die Sache“ zu bunt wird. Buy and Hold wird in diesen Märkten kaum funktionieren.
Quelle: http://bespokeinvest.typepad.com/
Abgelegt unter : Aktien, Börse aktuell, Chart of the week | Mit Tag(s) versehen: buy and hold, oversold | 2 Kommentare »
What a week!
Allen Lesern des financeBLOG ein fantastisches Wochenende! Für mich heisst’s RACE TIME. Ich starte am Sonntag um 9.00h zum Berlin Marathon. Mein ZWANZIGSTER Marathon. Die Form stimmt, die Bedingungen sollten gemäss Wetterbericht ideal sein. Wer weiss, vielleicht reicht’s zu einem persönlichen All-Time-High…?
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Vielleicht etwas „fies“, alte Zitate auszugraben und zu überprüfen, was daraus geworden ist. In der aktuellen Finanzkrise macht es aber durchaus Sinn, die „Cheerleaders“ von echten Markkennern zu unterscheiden. Diese spannenden Zitate habe ich in Richard Russel’s Remarks gefunden (wobei er Mark Faber als eigentliche Quelle angibt):
Alan Greenspan, Oktober 2006
„Most of the negatives in housing are probably behind us. It’s taking less out of the economy.“
Alan Greenspan, März 2007
„We certainly haven’t seen the worst in housing.“
Frederic Mishkin, Federal Reserve Governor, Januar 2007
„To begin with, the bursting of asset price bubbles often does not lead to financial instability… There are even stronger reasons to believe that a bursting bubble in house prices is unlikely to produce financial instability… Declines in home prices are far less likely to cause losses to financial institutions…“
Henry Paulson, Treasury Secretary, 31. Juli 2007
„I take comfort from the nderlying economic strengh … Listen, I’ve been watching markets for a long time. It’s my job to be vigilant, so I’m watching these markets carefully.“
Henry Paulson, Treasury Secretary, 1. August 2007
„Treasury Secretary Henry Paulson said on Wednesday the re-pricing of credit risk was hitting financial markets, but subprime mortgage fallout remained largely contained due to the strongest global economy in decades.“
Dies war die Zeit, als man in Europa und Asien daran glaubte, der Rest der Weltwirtschaft könne sich von den Entwicklungen in den USA abkoppeln. Siehe dazu auch den Blogpost zu Decoupling.
Henry Paulson, Treasury Secretary, 14. Februar 2008
„In terms of sub-prime and the resets, the worst isn’t over; the worst ist just beginning. We all know that.“
Richard Fisher, President of the Dallas Federal Reserve, 4. Oktober 2005
„The housing market continues to be strong across the state … A break in the rise of national home prices – should one occur – poses little downside risk in Texas.“
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Die Meldung bei NZZ Online (23.11.08, 11.18h) liest sich harmlos: „Die Unsicherheit um das US-Hilfspaket für die Banken hat den Dollar auf Talfahrt und das Erdöl in die höhe Getrieben. Noch nie war der Erdölpreis so schnell so hoch gestiegen. Wie gross die Nervosität derzeit ist, zeigt sich daran, dass die Erdöl-Notierungen am Dienstag aber bereits wieder deutlich nach unten korrigiert haben.“
Da hat die liebe NZZ (für einmal) nur die halbe Wahrheit geschrieben. Die enormen Ausschläge im Öl-Future vom Montag klingen verdächtig nach Short Squeeze! Worum geht’s?
Wer in Rohöl investiert, kauft nicht das Öl selbst. Er schliesst ein Termingeschäft auf Öl ab. Er schliesst also heute ein Geschäft ab, das zu einem späteren Zeitpunt statt finden wird. Wenn dieses Geschäft standardisiert wird (Ölqualität, Menge, Liefertag), wird es handelbar: ein Future.
Nun, bei Verfall muss das Geschäft glatt gestellt oder verlängert werden. Kein Investor will das Öl nach Hause geliefert bekommen. Er will nur an der Preisentwicklung partizipieren. Glatt stellen bedeutet, das Geschäft zu schliessen. Die Verlängerung der Investition wird allgemein als „rollen“ bezeichnet. Bei einer bestehenden Short-Position (der Investor rechnete mit sinkenden Ölpreisen) wird der alte Kontrakt (Oktober) gekauft und der nächste Kontrakt (November) verkauft. Dies kann zu starken Kursausschlägen und hektischen letzten Handelsstunden in einem Kontrakt führen. Was geschah also am Montag?
Offensichtlich gab es kurz vor Verfall noch zahlreiche Short-Positionen im Markt. Diese investoren mussten noch vor Handelsschluss Öl-Kontrakte kaufen. Ansonsten hätten sie Öl (welches sie nicht haben) liefern müssen. Es schein ziemlich schwierig gewesen zu sein, eine Gegenpartei zu finden, die den willigen Käufern einen Kontrak verkauft hätte. Die Käufer mussten immer mehr bieten und trieben so den Preis bis auf die Höchstmarke von USD 123 pro Fass. Der gleichzeitige Verkauf (rollen) des November-Kontrakts brachte aber nur USD 109 ein. Ein ziemlich happiger Rollverlust.
„Noch nie…“ tönt im NZZ-Artikel etwas spektakulär. Diese Grafik zeigt, dass es in der Vergangenheit schön öfters solche „Verwerfungen“ am Verfalltag gegeben hat. In absoluten Zahlen ausgedrückt, hat die NZZ natürlich recht. Stellt man die Differenz von Frontmonth zu Nextmonth aber grafisch dar, relativiert sich das Bild.
Wie auch immer, das spannende Ereignis vom Montag gibt „Live-Anschauungsunterricht“ an den Future-Märkten. Es passt zur letzten Woche: Crazy Market – crazy prices. Und hat wohl am Montag für die eine oder andere schlaflose Nacht gesorgt…
Abgelegt unter : Börse aktuell, Chart of the week, Finanzmarkttheorie, Rohstoffe | Mit Tag(s) versehen: Future, Oil Future, Short Squeeze, Termingeschäft | Kommentar schreiben »
Nun, die letzte Woche hat Stoff für unzählige Posts im financeBLOG geliefert. Ich gebe mir Mühe, auf Beobachtungen hinzuweisen, die nicht bereits in den Tagesmedien „plattgewalzt“ wurden.
Schier Unglaubliches hat sich in den kurzfristigen Geldmarktzinsen in USD zugetragen. Teilweise haben sich die Zinssätze für Overnight-Anlagen verdoppelt. Der Aufschlag in den Commercial Papers hat sich Mitte Woche mehr als verdreifacht. Kurzfristige Anlagen oder Kredite waren also nicht einfach knapp, sondern schlicht unmöglich. Der Chart stellt die Entwicklung des Risikoaufschlags in den Commercial Papers von US-Unternehmen ohne Banken (Finanzwerte) dar. Normalerweise werden diese Kredite den Unternehmen von Geldmarktfonds zur Verfügung gestellt. Dies erklärt auch, wieso die erste konkrete Rettungsmassnahme neben dem „Bailout“ einzelner Gesellschaften der Unterstützung von Geldmarktfonds galt. Die Kreditkrise hatte sich Kurzfristig zu einer Kreditblockade ausgeweitet!
Commercial Papers sind in den USA ein wichtiges Geldmarktinstrument, um die kurzfristige Liquidität zu steuern. Üblicherweise werden Commercial Papers von erstklassigen Schuldnern herausgegeben oder die Forderungen werden mit Wertpapieren besichert (asset backed).
Abgelegt unter : Börse aktuell, Chart of the week, Obligationen | Mit Tag(s) versehen: Commercial Paper, Kreditkrise | Kommentar schreiben »
What a week!
Allen Lesern des financeBLOG ein fantastisches Wochenende! Nach dieser Woche brauchts wohl viel frische Luft, Natur, Bewegung. Meine Vorbereitungen für den Berlin Marathon schliesse ich mit einem entspannten Lauf über 30km ab. Anschliessend werde ich mich dem Garten widmen, die Seele etwas baumeln lassen, nicht an den Wahnsinn auf dem Börsenparkett in dieser Woche denken. Wow!
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Wir erinnern uns an die letzte Börsenwoche: Am Montag, 8.9.2008, wurde in den USA die Rettung von Fannie Mae und Freddie Mac bekannt gegeben. Der Dow Jones Industrial-Average legt an diesem Tag fast 300 Punkte zu. Bereits am Dienstag gibt er aber die ganzen Gewinne wieder her und schliesst die Woche tief im Minus. Diese Woche setzten sich die Verluste fort. In diesem Zusammenhang liest man in den Medien immer wieder der Börsen-(Slang)-Begriff „Dead-Cat-Bounce“. Worum geht’s?
Der Begriff wurde erstmals 1985 dokumentiert. Ein Journalist der Financial Times zitierte einen Aktienhändler mit der Aussage, der soeben erlebte Anstieg der Aktienkurse in Singapur und Malaysia sei ein „Dead-Cat-Bounce“. Der Begriff beschreibt ein Muster an den Finanzmärkten, bei dem die Kurse nach einem happigen Verlust umgehend wieder ansteigen. Der Anstieg ist mässig und nach kurzer Zeit sind die vorherigen Tiefststände wieder erreicht. Nach einem „Crash“ gibt’s also nochmals einen Ausschlag nach oben, bevor die Preise erneut abstüren. Im Bild der Dead-Cat-Bounce im Nasdaq nach dem Platzen der New Economy-Bubble im Jahr 2000
Der Begriff kommt von dem englischen, zynischen Sprichwort: “Even a dead cat will bounce if it is dropped from high enough!” (deutsch: „Selbst eine tote Katze wird hüpfen, wenn sie nur hoch genug abgeworfen wird!“). (Wikipedia)
Abgelegt unter : Aktien, Börse aktuell | Mit Tag(s) versehen: Börsenslang, Dead-Cat-Bounce | Kommentar schreiben »